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Die Hölle der Lilli Jahn

und

Liebesbriefe an Adolf Hitler (UA)

 

von Hartmut Nolte

 

 

Eine Theater- Collage mit Chor, Musik und Tanz

 

(Herbst 2013)

 

 

 

 

 

Gemeinsam führt das Ehepaar Jahn bis 1933 eine Arztpraxis in Immenhausen. Sie haben fünf Kinder. Der immer größer werdende politische Druck sowie die rassistischen Sanktionen zwingen Lilli Jahn zur Aufgabe ihrer ärztlichen Tätigkeit. Ernst Jahn lässt sich 1942 von seiner Frau scheiden. Somit ist sie schutzlos den Nazis ausgesetzt. 1943 wird sie durch die Gestapo verhaftet und nach Breitenau in ein Arbeitslager deportiert. Von nun an beginnt der rege Briefwechsel zwischen ihr und ihren „elternlosen“ Kindern. 1944 stirbt Lilli Jahn im Konzentrationslager Ausschwitz-Birkenau.


   Als Lilli Jahns Sohn Gerhard (Bundesjustizminister im Kabinett Willi Brandt) 1998 in Marburg starb, machten seine Schwestern einen überraschenden Fund in seinem Nachlass. An die dreihundert Briefe, Tausende von Zeilen, aufbewahrt in Schuhkartons. Beinahe den gesamten Briefwechsel der Lilli Jahn und ihrer Kinder.

„Mein goldiges Muttilein! Es ist halb zehn Uhr. Eigentlich wollte ich eher schreiben, aber gegen die höheren Mächte komme ich nicht an. Um halb neun Uhr hatten wir wieder mal Alarm. Weißt Du Mutterle, wenn es Alarm gibt, wir haben schon solch eine Übung darin. Es geht ruckzuck, und wir sind die ersten fast immer im Keller.“

So schreibt 1943 die älteste Tochter Ilse an ihre Mutter Lilli Jahn in das Arbeitslager Breitenau. Die unmittelbare Sprache in der die Briefe der Kinder verfasst sind, erzeugt eine nahezu unerträgliche Spannung: Die spielerische Art und Weise, mit der die Kinder sowohl den Kriegsalltag meistern, als auch die mütterliche Rolle übernehmen läßt eine Form von Normalität entstehen, der das Entsetzliche des Nationalsozialismus diametral gegenübersteht und nur zwischen den Zeilen lesbar ist.

 

 

 

 

 

Eine Gruppe Frauen an Deck des KdF-Schiffs "Wilhelm Gustloff" 1938 beim Hitler-Gruß. Der Dampfer diente damals als Wahllokal bei der "Volksabstimmung" über den Anschluss Österreichs. Obwohl Hitler dem "arischen" Ideal der Nationalsozialisten äußerlich überhaupt nicht entsprach, himmelten ihn viele "Volksgenossinen" auch als Mann an. (Text Spiegel online)

 

 

 

 

 

"Süßes Adilie!": Auf einer Postkarte mit Märzenbechern schreibt ein Fan im Dezember 1940 an Adolf Hitler: "Süßes Adilie! Gleich will ich Dir wieder herzliche Grüße nach der Ostfront schicken. Wirst Du lange dort bleiben? Innige Küsse, Dein Ritschilie." Ob es sich bei dem Kartenschreiber um einen Mann oder eine Frau handelt, bleibt offen.
Signatur im Bundesarchiv: R 43

 

 

 

Die meisten Briefschreiberinnen wollten ihn nur einmal aus der Nähe sehen, seinen „gutmütigen Blick“. Sie schickten ihm selbstgebackenen Kuchen und Handarbeiten. Und manch eine schrieb sich die Finger wund, weil sich die passenden Worte nicht einstellen wollten. So nannten sie ihn dann „Purzelchen“, „Wölfchen“, „Herzensadolf“, „mein lieber zuckersüßer Adolf“ oder auch „Majestät“. Manch eines dieser deutschen Fräuleins wurde deutlicher und wünschte sich ein Kind von ihm. Oder sie wollten einfach nur Sex: „Ich küsse dich auf deine vier Buchstaben und tue Front frei. Mehr Patriotismus kann man nicht verlangen. Heil Adolflein!“

Obszön ist nicht der Inhalt. Obszön sind die Umstände, unter denen diese brieflichen Herzensergießungen entstanden – Dokumente von grausiger Demut und Verblendung. Sie lassen Hitler im Licht eines Popstars erscheinen und das BDM-Mädel, die „deutsche Frau“ als beflissenes Groupie. Und daran ist viel Wahres. Es kommen einem die Bilder in den Sinn, bei denen Frauen mit verdrehten Augen für den Führer Spalier standen. (Bühne Dinslaken.)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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